Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2021

Jeder von uns hat im Laufe der Zeit schon einmal von Eichenprozessionsspinner (EPS) gehört oder ist ihnen bereits begegnet. Sie sind, wie es der Name schon deutet, auf Eichen zu finden und können durch ihre giftigen Brennhaare gefährlich für Menschen sein.

Um der Gefahr entgegenzuwirken, dass du überraschend auf Eichenprozessionsspinner triffst, wollen wir in diesem Beitrag klären, in welchem Zeitraum sie mehrfach anzutreffen sind und wann deren Saison vorbei ist. Dazu beantworten wir die wichtigsten Fragen und geben dir hilfreiche Tipps, damit du auf die nächste Zeit der Eichenprozessionsspinner vorbereitet bist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eichenprozessionsspinner sind besonders häufig in warmen Gebieten und Monaten anzutreffen. Dementsprechend gilt es von Juni bis September sehr achtsam an Eichen und anderen Bäumen entlang zu laufen.
  • Die Saison von Eichenprozessionsspinnern ist nie wirklich vorbei. Es gibt eine Hochphase in den Sommermonaten, wo viele unterwegs sind. Die Brennhaare der Raupen fallen jedoch ab und bleiben giftig.
  • Es existieren einige Maßnahmen, die dabei helfen, die Gefahr einzudämmen und Menschen und Tiere vor den Härchen zu schützen. Dazu gehören der eigene Schutz, die Meldung der Tierchen bei Ämtern, ihre Beseitigung und der natürliche Verfall der Nester.

Wann die Saison von Eichenprozessionsspinnern vorbei ist: Was du wissen solltest

Warum es so wichtig ist zu wissen, wann mit Eichenprozessionsspinnern zu rechnen ist, kommt aus dem Grund, da sie wegen ihrer giftigen Brennhaare eine Gefahr darstellen. Begegnet man also Raupen mit Härchen und weiß, dass momentan Saison der Eichenprozessionsspinner ist, weiß man, dass man Abstand halten sollte.

Damit du gut vorbereitet bist, wann du mit Eichenprozessionsspinnern zu rechnen hast, erklären wir im Folgenden einige grundlegende Dinge und beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie läuft die Saison von Eichenprozessionsspinnern ab?

Die Raupen der Eichenprozessions- spinner sind von April bis Mai gefährlich für den Menschen.

Jegliche Formen von Eichenprozessionsspinnern existieren rund ums Jahr. Als Falter legen sie zwischen Juli und September Eier, aus denen wiederum Raupen in der Zeit von April bis Mai schlüpfen.

Diese Raupen sind für den Menschen giftig und der Grund dafür, weshalb man die Tierchen meiden sollte. Hierbei kommt es vor allem darauf an, dass man deren sogenannte Brennhaare nicht berührt, da diese eine Raupendermatitis auslösen können. Zudem können Symptome wie unter anderem Juckreiz, Ausschlag oder Asthma auftreten (1).

Die Raupen der Eichenprozessionsspinner mit ihren langen Brennhaaren, die sehr giftig für Menschen und Tiere sind. (Bildquelle: LeereUusikuu / Pixabay)

Ende Juni verpuppen sich die Raupen und werden anschließend wieder zu Faltern. Dieser Zyklus wiederholt sich jährlich. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass sich dieser Zyklus aufgrund einiger Faktoren auch verändern kann (2).

Zu welcher Zeit gibt es besonders viele Eichenprozessionsspinner?

Die Anzahl von Eichenprozessionsspinnern ist, wie viele fälschlicherweise vermuten, nicht der einzige ausschlaggebende Punkt, welcher zur Gefahr beiträgt. Andere Faktoren wie zum Beispiel die Wetterverhältnisse und besonders die Windstärke können die Härchen der Raupen leicht verteilen. Du kannst also in Kontakt damit kommen, ohne einen Eichenprozessionsspinner überhaupt angefasst oder gesehen zu haben (3).

Es gibt jedoch trotzdem Zeiten, in denen es besonders wahrscheinlich ist, dass du Eichenprozessionsspinner antriffst. Diese werden in folgender Tabelle verdeutlicht (4):

Monat Gefahr durch Eichenprozessionsspinner
Januar gering
Februar gering
März gering
April gering
Mai mittel
Juni hoch
Juli sehr hoch
August sehr hoch
September hoch
Oktober mittel
November gering
Dezember gering

Hier wird ersichtlich, dass die Gefahr besonders in wärmeren Monaten besteht, woraus man schließen kann, dass sich die Eichenprozessionsspinner zu dieser Zeit besonders wohlfühlen und sich vermehren. Erwähnenswert ist zudem, dass die Anzahl der Tierchen von Region zu Region unterschiedlich sein kann, sie sich jedoch an immer mehr Orten in Deutschland ausbreiten. Bundesländer, in denen ein besonderer Befall der Wälder und Bäume durch Eichenprozessionsspinner bekannt ist, sind folgende (5):

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen-Anhalt

Wann ist die Gefahr vor Eichenprozessionsspinnern vorbei?

In der Regel ist es von Ende November bis Mitte Mai eher unwahrscheinlich, dass du Eichenprozessionsspinnern begegnest. Garantiert ist das jedoch nicht. Seine Vermehrung ist stark abhängig von der Lage des Wetters. Besonders in warmen Temperaturen fühlt er sich wohl und halten diese Temperaturen lange an, kann relativ schnell eine Plage entstehen.

Ist ein Baum von Eichenprozessionsspinnern befallen, wird dies durch Warnhinweise kenntlich gemacht, um die Menschen darauf aufmerksam zu machen. (Bildquelle: planet_fox / Pixabay)

Aufgrund der Erderwärmung und immer längeren Sommern kann es dementsprechend passieren, dass die Raupen der Eichenprozessionsspinner schon früher schlüpfen. Es ist somit schwierig zu beantworten, wann genau die Gefahr vorbei ist, da dies Jahr für Jahr unterschiedlich sein kann (6).

In welchem Zeitraum verpuppen sich die Eichenprozessionsspinner?

Wie bereits in einer anderen Frage kurz erwähnt, verpuppen sich die Raupen der Eichenprozessionsspinner. Sie fangen an, sich Mitte Juni ihre Gespinstnester zu bauen, in denen sie sich bis Juli in ihren Kokons zurückziehen. Darin verweilen sie 3 bis 5 Wochen, bis sie sich zu Faltern entwickeln.

Auch nach der Verpuppung sind die Brennhaare der Eichenprozessions- spinner  noch gefährlich für Mensch und Tier.

Denkst du jetzt, dass du dir während dieser Zeit keine Sorgen machen musst und du mit den giftigen Brennhaaren nicht mehr in Berührung kommen kannst, liegst du leider falsch. Siehst du also ein Nest an den Stämmen von Eichen, halte dich lieber fern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich darin noch abgebrochenen Härchen der Eichenprozessionsspinner-Raupen befinden.

Da diese Gespinstnester relativ stabil sind und lange Erhalten bleiben, ist es auch ziemlich wahrscheinlich, dass sich auch noch Jahre nachdem es verlassen wurde, einige Brennhaare darin befinden, die allergische Reaktionen bei Mensch und Tier verursachen. Sei also stets vorsichtig, wenn du Raupen mit langen Härchen begegnest oder Nester und Kokons an Eichen oder anderen Bäumen findest (7).

Wann besteht keine Gefahr mehr mit den Brennhaaren der Raupen in Kontakt zu kommen?

Grundsätzlich muss man jederzeit mit den Brennhaaren rechnen, jedoch gibt es einige Methoden, die hilfreich sind, um die Gefahr und die Menge der Eichenprozessionsspinner einzudämmen. Einige Möglichkeiten werden dir nun aufgezeigt:

  • Eigenverantwortung: Eine akute Lösung ist es, Wälder und besonders Eichen in warmen Monaten zu meiden. Zudem solltest du empfindliche Bereiche deines Körper durch Kleidung schützen. Falls du jedoch trotzdem aus Versehen die Raupe oder das Nest berührst, solltest du deine Klamotten zügig wechseln und die Hautstellen gründlich abwaschen, um vorbeugend gegen mögliche Hautirritationen zu handeln (8).
  • Befall melden: Wenn du Eichenprozessionsspinner entdeckst und der Bereich noch nicht abgesperrt wurde, solltest du sie auf keinen Fall auf eigene Verantwortung beseitigen. Es gibt zwar keine Meldepflicht, es empfiehlt sich jedoch, den Befall an das Ordnungs-, Gesundheits- oder Grünflächenamt weiterzuleiten (9).
  • Professionelle Bekämpfung: Die Bekämpfung einer Eichenprozessionsspinner-Plage sollte von Fachleuten durchgeführt werden. Auch wenn sie sich auf deinem Privatgrundstück befinden, solltest du dich nicht selbstständig um deren Entfernung kümmern. Bei der Bekämpfung kommt es nämlich auch auf deren Zeitpunkt an. Insektizide helfen nur die Gefahr durch Eichenprozessionsspinner zu mindern, wenn sie angewendet werden, bevor die Raupen ihre Brennhaare besitzen. Die Härchen lassen sich nämlich nicht so einfach entfernen (10).
  • Abfall der Nestgespinste: Die Gefahr wird auch gesenkt, wenn die Nestgespinste der Eichenprozessionsspinner von den Bäumen abfallen. Bis das jedoch geschieht, können einige Jahre vergehen, weshalb du dich nicht darauf verlassen solltest.

Diese 4 Methoden helfen dabei, die Gefahr vor Eichenprozessionsspinner abzumildern. Triffst du also auf die Raupen oder deren Nest, solltest du proaktiv werden, um dein Wohl und das deiner Mitmenschen zu schützen.

Fazit

Nun hast du also so einiges über den Lebenszyklus von Eichenprozessionsspinnern gelernt. Besonders giftig für Menschen und Tiere sind ihre Brennhaare, die sie im Raupenstadium entwickeln und welche auch durch den Wind verbreitet werden können. Der Zyklus ändert sich jedoch ständig aufgrund der immer wärmeren Sommermonate und der milderen Winter.

Es gibt dementsprechend keinen festen Zeitraum, an dem man komplett vor Eichenprozessionsspinnern geschützt ist, jedoch kann man sich an einem Richtwert orientieren. Von Juni bis September solltest du nämlich besonders vorsichtig sein, da zu dieser Zeit die meisten Raupen ihre gefährlichen Härchen entwickeln. Abschließend ist zu erwähnen, dass die Saison der Eichenprozessionsspinnern nie wirklich vorbei ist, man sich jedoch trotzdem mit gewissen Maßnahmen schützen kann.

Einzelnachweise (10)

1. hohenzollern-apotheke.de: Eichenprozessionsspinner – Vorkommen, Symptome & Therapie.
Quelle

2. nabu.de: Der Eichenprozessionsspinner, Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V., 2013.
Quelle

3. spiegel.de: Gefährliche Raupe. Eichenprozessionsspinner plagt Deutschland, 27.05.2018.
Quelle

4. vgem-hw.de: LWF Merkblatt 15. Eichenprozessionsspinner, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, November 2010.
Quelle

5. julius-kuehn.de: Eichenprozessionsspinner, Julius Kühn-Institut, Februar 2019.
Quelle

6. lwf.bayern.de: LWF Merkblatt 15. Eichenprozessionsspinner, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, August 2018.
Quelle

7. lwf.bayern.de: Eichenprozessionsspinner - Gefahr für Wald und Mensch, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Quelle

8. stern.de: Eichenprozessionsspinner. Diese Raupe löst fiesen Ausschlag aus – so schützen Sie sich, Ilona Kriesl, 25.06.2019.
Quelle

9. gartenjournal.net: Besteht Meldepflicht bei Befall von Eichenprozessionsspinnern? Ines Jachomowski.
Quelle

10. baumpflegeportal.de: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, Marina Winkler.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Eichenprozessionsspinner – Vorkommen, Symptome & Therapie.
hohenzollern-apotheke.de: Eichenprozessionsspinner – Vorkommen, Symptome & Therapie.
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Der Eichenprozessionsspinner.
nabu.de: Der Eichenprozessionsspinner, Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V., 2013.
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Gefährliche Raupe. Eichenprozessionsspinner plagt Deutschland.
spiegel.de: Gefährliche Raupe. Eichenprozessionsspinner plagt Deutschland, 27.05.2018.
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LWF Merkblatt 15. Eichenprozessionsspinner.
vgem-hw.de: LWF Merkblatt 15. Eichenprozessionsspinner, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, November 2010.
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Eichenprozessionsspinner.
julius-kuehn.de: Eichenprozessionsspinner, Julius Kühn-Institut, Februar 2019.
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LWF Merkblatt 15. Eichenprozessionsspinner.
lwf.bayern.de: LWF Merkblatt 15. Eichenprozessionsspinner, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, August 2018.
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Eichenprozessionsspinner - Gefahr für Wald und Mensch.
lwf.bayern.de: Eichenprozessionsspinner - Gefahr für Wald und Mensch, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
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Eichenprozessionsspinner. Diese Raupe löst fiesen Ausschlag aus – so schützen Sie sich.
stern.de: Eichenprozessionsspinner. Diese Raupe löst fiesen Ausschlag aus – so schützen Sie sich, Ilona Kriesl, 25.06.2019.
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Besteht Meldepflicht bei Befall von Eichenprozessionsspinnern?
gartenjournal.net: Besteht Meldepflicht bei Befall von Eichenprozessionsspinnern? Ines Jachomowski.
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Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.
baumpflegeportal.de: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, Marina Winkler.
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